Eintracht Jugend Konzept

Ein Leitfaden für Spieler, Eltern, Jugendbetreuer und Freunde der Eintracht 1905 Wetzlar e.V.

 

Vorwort

 

In der heutigen Zeit besteht die Jugendarbeit eines Vereins nicht mehr nur aus der sportlichen Ausbildung der Jugendspieler. Vielmehr übernehmen die Sportvereine auch erzieherische Aufgaben, die weit ins gesellschaftliche Leben hineinreichen. Die Entwicklung der Persönlichkeit und das Vermitteln von gesellschaftlich relevanten Werten wie Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Verantwortungsbewusstsein, Respekt, usw. nehmen einen großen Stellenwert ein.

Ohne den sportlichen Erfolg aus den Augen zu verlieren, stellen wir deshalb stets die Aus- und Weiterbildung der Kinder und Jugendlichen in den Vordergrund.

 

Im Sinne eines Fußballangebots für alle Kinder und Jugendliche, sind Mädchen genauso willkommen wie Jungs. Alle Kinder und Jugendliche sollen gerne Sport treiben und sich beim 

Wetzlarer Eintracht  zu Hause fühlen. Und dies ein ganzes Leben lang.

 

Wozu brauchen wir ein Jugendkonzept?

 

  • Ohne Konzept ist alles von Zufällen abhängig, eine langfristige Planung ist nicht möglich. 
  • Ein Konzept bietet die Möglichkeit, Ziele klar zu definieren. 
  • Ein Konzept ist auf die Sicherung der Zukunft unseres Vereins ausgerichtet und sorgt für eine positive Außendarstellung sowie Transparenz, so dass auch Eltern, Gönner und Sponsoren die Zusammenhänge in der Abteilung Jugendfußball besser verstehen und nachvollziehen können. 
  • Das Konzept soll Jugendbetreuern und Funktionären eine Art Wegweiser an die Hand geben.

 

Grundsätze

  • Die Jugendarbeit ist stets darauf ausgerichtet, Kinder und Jugendliche sowohl sportlich als auch menschlich zu schulen.
  • Wir haben eine Verantwortung für die Kinder, die weit über den sportlichen Bereich hinausgeht. 
  • Kindern und Jugendlichen soll der Spaß am „Mannschaftsspiel“ Fußball vermittelt werden. 
  • Die Entwicklung der Kinder, und nicht der kurzfristige sportliche Erfolg, steht im Vordergrund. 
  • Die Entwicklung einer Persönlichkeit und das Vermitteln von gesellschaftlich relevanten Werten wie Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit, Respekt und Verantwortungsbewusstsein nehmen einen ebenso großen Stellenwert ein wie die sportliche Weiterentwicklung. 
  • Wir fördern Selbstsicherheit durch Lob und Anerkennung, konstruktive Kritik, sowie fachliche und soziale Kompetenz.

Ziele

 

  • Kinder und Jugendliche sollen an den Fußballsport herangeführt und bestmöglich ausgebildet werden. 
  • Ein reibungsloser Übergang zwischen den Altersklassen muss gewährleistet sein.
  • Wir möchten in allen Altersklassen dauerhaft mindestens eine Mannschaft für den Spielbetrieb melden.
  • Ab der D-Junioren soll ständig eine Mannschaft in einer höher klassigen Liga spielen.
  • Langfristig sollen junge, sportlich und charakterlich gut ausgebildete Fußballer mit hoher Vereinsidentifikation an den Aktivenbereich abgegeben werden, um das Weiterbestehen des Vereins auf einer breiten Basis nachhaltig zu sichern. 
  • Die Jugendfußballspieler sollen sich bei Eintracht Wetzlar wohl fühlen. Auch Spieler, die fußballerisch weniger talentiert sind, sollen langfristig an den Verein gebunden werden, um als Jugendbetreuer, Schiedsrichter oder Funktionär eingebunden werden zu können.

 

Um unsere Ziele zu erreichen, stellen wir folgende Anforderungen: 

 

Die Jugendleitung

 

  • Die Jugendleitung ist verantwortlich für die Organisation der Jugendarbeit.
  • Sie repräsentiert den Jugend-Fußball gegenüber der Öffentlichkeit und ist Bindeglied und Ansprechpartner für die Eltern. 
  • Sie arbeitet eng mit der Vereinsführung zusammen.
  • Sie organisiert die Trainerarbeit für die Mannschaften und schafft bestmögliche Rahmenbedingungen für die Jugendarbeit.
  • Die Jugendleitung fördert die Aus- und Weiterbildung der Jugendtrainer. 
  • Sie organisiert und leitet die Betreuersitzungen.
  • Sie organisiert und leitet die Jugendturniere der Eintracht Wetzlar, wie z.B. Globus Cup und Horst Schmidt Gedächtnis Turnier.

Die Jugendtrainer und Betreuer

 

Die Jugendtrainer und Betreuer sind nicht nur für das eigentliche Training und Spielgeschehen verantwortlich, sondern tragen auch zur Erziehung der Kinder und Jugendlichen bei. Sie haben in allen Bereichen eine Vorbildfunktion und vermitteln Werte wie Kameradschaft, Teamgeist, Toleranz, Leistungsbereitschaft und lehren ihnen respektvollen Umgang mit Schiedsrichtern und Gegnern. Außerdem fungieren sie als Organisatoren rund um das Team. Ihre Arbeit richtet sich nicht auf kurzfristige Erfolge, sondern strebt einen nachhaltigen Erfolg an. Die individuelle Ausbildung und Weiterentwicklung des einzelnen Spielers steht dabei im Vordergrund. Das Betreuerteam ist auch für die Kontaktpflege zu den Eltern verantwortlich. 

 

 

Grundsätze für die Jugendbetreuer

  • Zuverlässigkeit
  • Pünktlichkeit (Trainer ist Erster und Letzter)
  • Vorbildhafter Auftritt (Vereinsregeln beachten, Umgang mit Trainingsmaterial)
  • Positive Kommunikation (mit Spielern, Eltern, Gästen, Schiedsrichtern)
  • Spaß am Sport
  • Fairness gegenüber Schiedsrichtern und Gegnern, gerade bei Niederlage
  •  Gleichbehandlung aller Kinder
  • Ansprache der Spieler mit Namen
  • Positive Kritik (Lob und Anerkennung) und Toleranz

 

 Die Spieler

  • Wir möchten Spieler, die eine positive Einstellung zum Fußballspielen und zum aktiven Sport im Allgemeinen haben und für die Teamgeist kein Fremdwort ist,
  • Wir möchten Spieler, für die ein sportliches und freundliches Auftreten auf und außerhalb des Spielfeldes eine Selbstverständlichkeit ist.
  • Verhaltensregeln wie Pünktlichkeit, Sauberkeit und Fairness müssen bereits bei den jüngsten Fußballern eingeübt werden.

 

Die Eltern

 

  • Dieses Jugendkonzept ist auch für die Eltern gedacht, um die Arbeit der Jugendabteilung transparenter zu machen. 
  • Die Eltern sind ein wichtiger Bestandteil der Jugendabteilung. Ohne sie ist ein funktionierendes Vereinsleben nicht denkbar.
  • Zwischen dem Betreuerteam und den Eltern sollte ein vertrauensvolles Verhältnis bestehen. 
  • Die Eltern sind aufgefordert, das Betreuerteam und die Kinder durch Motivation, Lob und Anfeuern aller Kinder zu unterstützen
  • Die Jugendbetreuer sind alle ehrenamtlich tätig und investieren ihre Freizeit zum Wohle der Kinder und Jugendlichen. Konstruktive Kritik und Anregungen für Spiel undTraining sind jederzeit willkommen, letztlich ist aber der Jugendbetreuer für alle sportlichen Entscheidungen zuständig.

 

Liebe Eltern, tragen Sie durch Ihr Verhalten während eines Spiels dazu bei, dass Ihre Kinder mit Spaß, Freude und Begeisterung Fußball spielen. Wir haben als Hilfestellung im Anhang ein paar „Tipps für Erwachsene am Spielfeldrand“ notiert.

 

 

 

 

 

 

Über alldem stehen folgende Grundsätze: 

 

Das Kinder + Jugendtraining darf kein reduziertes Erwachsenentraining sein. 

Erstes Ziel im Jugendfußball ist die perspektivisch angelegte Ausbildung jedes einzelnen Spielers, nicht der kurzfristige Erfolg der Mannschaft.

 

Spielbetrieb 

 

Die Kinder werden grundsätzlich nach ihrem Alter den Mannschaften zugeteilt. Ausnahmen hiervon sind nur mit Zustimmung der betroffenen Eltern, Jugendbetreuer und der Jugendleitung möglich.

 

Bambini, F, E– Jugend 

In diesen Jahrgangsstufen sollen die Kinder nach Jahrgängen eingeteilt werden um Rücksicht auf Freundschaften zu nehmen und diese zu fördern. 

Es ist wünschenswert, dass die Kinder in dieser Zeit durchgängig von einemBetreuerteam betreut werden. 

Allen Kindern soll die Möglichkeit geboten werden an einem hochwertigen Training teilzunehmen und eine ausreichende Spielzeit in der Spielrunde zu bekommen. 

Spielfreude und Spaß sind wichtiger als Sieg oder Meisterschaft. 

 

 

D, C, B, A- Jugend 

 

Ziel ist in diesen Jahrgangsstufen die individuelle, qualitativ hochwertige Ausbildung der Jugendspieler. 

Schaffung von Spiel-und Entwicklungsmöglichkeiten auch für weniger talentierte Kinder. Allen Kindern soll die Möglichkeit geboten werden an einem hochwertigen Training teilzunehmen. 

Heranführen von Jugendspielern an die eigenen Seniorenmannschaften, mit dem Ziel, eine mindestens kreisligareife Seniorenmannschaft aus dem eigenen Nachwuchs zu stellen. 

Junioren-Meisterschaften sind anzustreben, stehen aber nicht im Vordergrung. Freude am Fußball, Gemeinschaft und Begeisterung sind zu fördern. Die Entwicklung von Einzelspielern und Mannschaft ist wichtig. 

 

Schluswort

 

Das schönste Jugendkonzept bleibt nur ein Stück bedrucktes Papier, wenn es nicht gelebt wird. Um es in die Praxis umzusetzen, benötigen wir motivierte Menschen, die sich mit dem Inhalt auseinandersetzen, sich damit dentifizieren und sich davon inspirieren lassen.

 

Dieses Konzept soll eine Hilfestellung für alle sein, ersetzt aber nicht die Eigenverantwortung des Jugendbetreuers und ist offen für neue Ideen, Anregungen, Ergänzungen und Kritik. 

 

 

Jugendleitung / Eintracht Wetzlar März 2015